Landsberg am Lech – Beim jüngsten Tansania-Netzwerk-Abend informierten sich rund 50 Interessierte und bereits Engagierte über die Partnerschaft zwischen dem Landkreis Landsberg und dem Distrikt Newala im Süden Tansanias. Eingeladen hatte die Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik.
In seiner Begrüßung hob der stellvertretende Landrat Erich Püttner die besondere Bedeutung lokaler Entwicklungszusammenarbeit hervor. Politische Strategien zur Förderung des globalen Südens seien wichtig, sagte Püttner, „doch sie tragen nur dann Früchte, wenn sie auch gelebt werden". Partnerschaften würden nicht in Ministerien entstehen, sondern durch Menschen, „die sich in Kommunen und Städten mit Engagement einbringen".
Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet seit vergangenem Jahr der Freundschaftsverein Newala–Tansania, den Christoph Heumos aus Finning gegründet hat. Sein Verein unterstützt die Partnerschaft bereits mit konkreten Projekten – etwa durch die Bereitstellung von Rollstühlen und Laptops. Koordinatorin Miriam Anton bedankte sich für die enge Zusammenarbeit und würdigte die Energie, die Heumos in die Partnerschaft einbringe.
Im Mittelpunkt des Abends stand zudem der Bericht über eine Reise nach Newala, an der im November rund 30 Menschen aus dem Landkreis teilgenommen hatten. Unter ihnen war auch der Englischkurs der 11. Klasse des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums St. Ottilien. Die Schülerinnen Katharina Radtke und Laura Udluft schilderten ihre Begegnung mit der Abbey Secondary School: ein gemeinsamer Nachmittag mit Tanz, Gitarrenmusik und Gesprächen. Die tansanischen Gastgeber führten tansanische Tänze vor, die Gäste den „Macarena"- Tanz, bei dem alle mitmachten. Die deutschen Schüler präsentierten anschließend eine Aufführung des Theaterstücks „Schneewittchen", das ebenfalls gut ankam.
Zum Rahmenprogramm des Abends gehörten landestypische Snacks wie Andasi – kleine frittierte Teigbällchen, die an bayerische Krapfen erinnern – sowie tansanische Musik. Zudem wurden die die Bilder von Jonathan Meshack aus Daressalam ausgestellt, farbenfrohe Werke im Stil der Tingatinga-Malerei präsentierte, einer Kunstform, die in den 1960er-Jahren in Tansania entstand.
Beim Tansania-Quiz zeigten die Gäste beachtliches Wissen: Sie wussten unter anderem, dass Newala für seine Cashew-Produktion bekannt ist, zur Region Mtwara gehört und auf einem Plateau liegt, das traditionell von der Stammesgruppe der Makonde bewohnt wird. Zudem wurde der aktuelle Schwerpunkt der Partnerschaft hervorgehoben: die Verbesserung der medizinischen Infrastruktur. Ende des Jahres konnten drei Gesundheitseinrichtungen renoviert, mit Solaranlagen ausgestattet und lokale Elektrikerinnen weiterqualifiziert werden.
Für den Freundschaftsverein verlief der Abend besonders erfreulich: Zehn neue Mitglieder erklärten ihren Beitritt und möchten künftig aktiv an der Partnerschaft mitwirken. This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
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