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"Ernesto, der Seebär – Vom Tretauto zum Schlachtschiff": Danksagung

Eine spannende Lebensgeschichte hat Ernesto R. Hoffmann erzählt. Graphik: aloys.news
Danksagung

Langsam komme ich ans Ende meines Erlebnisfundus. Alles hat ein Ende, nur die Wurst nicht. Mit diesen Worten möchte ich meiner Tochter Jacqueline, Sie wissen schon, die, die ich vor kurzem noch in meinen Armen gewiegt habe und die letztendlich nach ihrer grässlichen Drohung, sie würde mich nicht mehr anschauen, wenn ich ihr zu Weihnachten nicht wenigstens drei Geschichten aus meinem langweiligen Leben aufschreiben würde, ein besonderes Denkmal setzen.

Sie hat mir Computertrottel (immer noch) zu jeder Tages- und Nachtzeit, vor allem letztere, mit einer Engelsgeduld und ohne Murren geholfen, diese Zeilen aufs Papier zu bringen, Verzeihung: Bildschirm. Da hatte ich die meiste Zeit und die besten Eingebungen. Als langjähriger Rentner hat man, je älter man wird, sintflutartige Eingebungen, wenn man das noch vorhandene Hirn anwirft, vor allem, wenn man an einem Langzeitgedächtnis leidet. Töchterlein hat solches bei ihrem damaligen Erpressungsversuch nicht bedacht, sie gehört noch immer zum Stande der arbeitenden Klasse, die ihrer Nachtruhe bedarf, während der Papa schon längst der Rentenkasse zur Last liegt und bis um zehn Uhr morgens früh schnarchen kann, um die vertane Nachtruhe wieder nachzuholen und sich verwundert die Augen reibt, dass es noch so früh ist.

Sie war mir nicht nur eine kompetente Lektorin, sondern und vor allem eine wertvolle technische Betreuerin. Vor allem wenn meist abends der verzweifelte Notschrei von Dießen nach Poing erklang: Hilfe, warum habe ich jetzt plötzlich eine rote Zeile im Text? Oder warum habe ich jetzt in einer Zeile lauter Pünktchen, die sich nicht löschen lassen? Ja, kein Wunder, da lag irgendein Bierdeckel auf der Tastatur, der eine Zeilenlänge von Dießen nach Weilheim verursachte. Oder warum ist jetzt plötzlich ein Absatz geteilt und lässt sich nicht mehr oben einklinken? Oder, noch schlimmer: Der ganze Text ist verschwunden! Um nur ein paar der harmlosesten Plagen zu nennen, die während der Zeit über mich kamen. Aber Sie kennen das ja alles.

Übrigens, was die Pünktchen betrifft, wir planen ab nächster Ausgabe ein Buch mit (Kunst)Ledereinband und Goldschnitt mit an die 689 Seiten, nur mit Pünktchen. Ich hatte Ziegenleder vorgeschlagen, aber meine Tochter ist Veganerin. Irgendwo befindet sich im Buch dann ein dunkelblaues Pünktchen und welcher Leser es entdeckt, bekommt ein signiertes Freiexemplar. Diese wertvolle Buchreihe ließe sich mit weiteren Ideen fortsetzen mit etwas mehr Seiten zum Beispiel voller Fragezeichen oder etwas weniger Seiten voller Doppelpunkte, oder gar ganz leer., nur mittendrin das Wörtchen „Danke". Das kann man dann auslegen, wie man will und der Käufer ist auch zufrieden. Aber immer so um die 600 Seiten ´rum, damit sich´s auch lohnt, für den Leser, meine ich. Jacqueline meinte dazu, da würde ich sicher für den Pulitzer-Preis oder gar den Nobelpreis für Literatur nominiert, denn darauf ist bisher noch niemand gekommen. Ich kenne zwar jemand, der hat ein vollkommen leeres Buch veröffentlicht und das wurde ein Bestseller, denn es machte sich eben gut in gebundenem Schweinsleder auf dem Bücherbrett (nicht für Veganer geeignet!). So steht bei mir der in Leder gebundene „De bello gallico" auf dem Bücherregal und gleich daneben der endlose Platon, was meine Besucher in Ehrfurcht erstarren lässt. Sie denken sich dann: Mei, is der gebildet.

Womit der Zweck erfüllt ist.

Andere spärliche Möchte-gern-Berater hatten schon vorher das Handtuch geworfen. Mir ging es in der Hauptsache nur um die computer-technische Betreuung, die meine Tochter als Assistentin der Geschäftsleitung einiger namhafter Großfirmen mit ihrer angeborenen Intelligenz und Gewissenhaftigkeit aus dem ff an den Tag legte. Es begann danach zwangsläufig die Diskussion darüber, von wem sie diese Intelligenz wohl geerbt haben könnte. Mir war wohl immer klar, von wem, aber Jacqueline beharrte immer auf ihrer Mutter. Da ich von jeher jeder familiärer, immer wieder aufflammender Diskussion abhold war, bin ich auch in dieser Hinsicht sehr tolerant und jede(r) glaubt sich anschließend im Recht und somit ist alles wieder im Lot. Merke: Mit jedem kann man es sich verscherzen, nur mit seiner Tochter nicht. Sie ist die Graue Eminenz hinter der Familie. Ich glaube, sie hat die Intelligenz letztendlich doch von ……………… na ja, jetzt bin ich mir doch nicht mehr so ganz sicher…

Mit dieser Weisheit möchte ich das Buch beschließen und Jacqueline von ganzem Herzen Dank sagen für ihre wertvolle Hilfe. Als kleines Dankeschön durfte sie auch immer alles zuerst lesen, was ihr alter Vater da so alles in nächtlicher Stunde wieder produziert hat. Sie wissen ja, ältere (!) Menschen haben ein unerschöpfliches Langzeitgedächtnis, aber irgendwann muss mal Schluss sein. Wie die Schweizer sagen: Oderrr? 

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