Schondorf – Unter dem Titel „Stein trifft Leinwand" begegnen sich im studioRose in Schondorf am Ammersee zwei überregional bekannte Künstlerpersönlichkeiten mit sehr unterschiedlichen, zugleich aber eng verwandten Positionen. Zur Vernissage am Samstag, 7. März, um 19 Uhr sind Kunstinteressierte herzlich eingeladen. Die Ausstellung ist anschließend von Sonntag, 8. März, bis Freitag, 27. März zu sehen.
Die Bildhauerin Brigitte Cabell arbeitet seit vielen Jahren mit Stein als Ausgangsmaterial ihrer künstlerischen Auseinandersetzung. Ihre Ausbildung führte sie unter anderem an die Kunstakademie Bad Reichenhall, an die Akademie Geras in Österreich sowie an Kunstakademien in Venedig und Salzburg. Seit 1998 widmet sie sich intensiv Marmor, Sandstein und insbesondere Serpentinsteinen aus Simbabwe – einem Millionen Jahre alten Vulkangestein von etwa marmorähnlicher Härte. Oxidationen, Eisen- und Mineraleinlagerungen lassen innerhalb eines einzelnen Steins vielfältige Farbnuancen entstehen.
Cabell arbeitet nahezu ausschließlich von Hand – mit Hammer, Meißel, Raspel und nassem Schleifpapier. Im Dialog mit dem Material entwickelt sie archaisch anmutende, häufig organische Formen, wobei sie ursprüngliche Partien des Steins bewusst stehen lässt. Ihre Skulpturen wirken wie freigelegte, lange verborgene Gestalten. Seit 2006 war sie in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland vertreten, unter anderem in Paris, Rom, Mailand, Salzburg, Venedig, Florenz und Zürich.
Ihr gegenüber steht der Maler Stefan Wehmeier, der in Köln geboren wurde und heute in Hechenwang lebt und arbeitet. Nach einer Lehre als Kunstschmied war er als Bühnenbildner in Bremen tätig und studierte anschließend an der Akademie für das Graphische Gewerbe in München. Seit 1997 leitet er die Radierwerkstatt im Kloster Fürstenfeld und ist als Dozent für Malerei und Druckgraphik an verschiedenen Akademien in Deutschland und Österreich tätig. Stipendien und Symposien führten ihn unter anderem nach Estland, in die Niederlande, nach Ungarn, Frankreich, Rumänien und Italien. 2021 veröffentlichte er den Gedichtband „Und draußen der Tag".
In seiner Malerei sind Natureindrücke Ausgangspunkt, jedoch in stark abstrahierter Form. Tiefe, atmosphärische Farbräume entstehen, in denen Felsmassive, Steine oder florale Elemente wie aus einer Fata Morgana auftauchen, sich überlagern und wieder auflösen. Zarte Lasuren stehen neben kraftvollen, kalligraphisch anmutenden Konturen. Topographische Bezüge treten dabei meist zurück zugunsten innerer Bilder und vieldeutiger Spannungen. Die Abstraktion eröffnet dem Betrachter Raum für eigene Assoziationen und Entdeckungen.
Die Ausstellung „Stein trifft Leinwand" lebt vom Kontrast zwischen plastischer Form und malerischer Fläche – und zugleich von ihrer inhaltlichen Nähe. Beide Künstler zeigen mit unterschiedlichen Mitteln, dass die vermeintlich „tote Materie" Stein eine lebendige, bewegte und vielschichtige Ausdruckskraft besitzt.
Begleitend zur Ausstellung lädt das studioRose zu weiteren Veranstaltungen ein: Am Freitag, 13. März um 20 Uhr sind „The Wild Painters" mit Folk-Pop-Rock zu Gast. Am Samstag, 21. März um 19.30 Uhr liest Stefan Wehmeier aus seinem Gedichtband „Und draußen der Tag", musikalisch begleitet von Alexandra Stein an der Klarinette. Für Familien und Literaturfreunde liest Sarah Konrad am Sonntag, 22. März um 15 Uhr im Rahmen des „Literatürchens" aus Astrid Lindgrens „Die Elfe mit dem Taschentuch".
Die Ausstellung ist mittwochs und donnerstags von 16 bis 18 Uhr sowie freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Veranstaltungsort ist das studioRose, Roseweg 1, 86938 Schondorf am Ammersee.
Zugang zum Studio Rose
ACHTUNG: Wegen Straßenbauarbeiten ist das studioRose voraussichtlich bis Mai 2026 nicht über die Bahnhofstraße erreichbar. Bitte nutzen Sie in dieser Zeit den Eingang am Roseweg 1.
Fußweg vom Schondorfer Bahnhof zum Studio RoseWhen you subscribe to the blog, we will send you an e-mail when there are new updates on the site so you wouldn't miss them.
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