11 davon wurden nun bei einem bayernweiten, in zweijährlichem Turnus stattfindenden Wettbewerb eingereicht – und konnten dort überzeugen! Das Projektteam von „Apfel-Birne-Berge" und die teilnehmenden Brennereien freuten sich bei der Prämierungsfeier in Aying über insgesamt 3 Gold- und 7 Silbermedaillen. Damit konnte gezeigt werden, dass die verwendeten Birnensorten – oftmals sehr kleinfrüchtig, wenig haltbar und aufgrund hoher Gerbstoffgehalte „rass" im Geschmack – sich dennoch in hervorragender Weise für die Herstellung von sortenreinen Bränden eignen und dabei mit einer überraschenden Geschmacksvielfalt aufwarten können.
Die Auszeichnungen gelten aber nicht nur den Sorten, sondern auch der herausragenden handwerkli- chen Verarbeitung durch die teilnehmenden Brenner. Die Medaillen gehen daher an folgende Brenne- reien:
- Edeldestillerie Schneiderhauser, Huglfing, Silber für eine namenlose Birnensorte aus der Gemeinde Peißenberg (WM/SOG)
Andreas Franzl, Vorsitzender des Südostbayerischen Verbandes der Obst- und Kleinbrenner, zeigte sich auf der Prämierungsfeier sehr zufrieden: „Insgesamt nahmen 127 Betriebe aus ganz Bayern teil, die 546 Proben einreichten. Wir freuen uns, dass wir 259 Gold-, 215 Silbermedaillen und darüber hin- aus 41 Prämierungen vergeben konnten. Das zeigt, welch hohe Qualität unsere Mitglieder anbieten! Jede Auszeichnung ist ein Qualitätssiegel, an dem sich der Kunde orientieren kann. Wir alle haben uns in der schwierigen Zeit auf unsere Produkte konzentriert und überlegt, was man verbessern kann. Wir stehen für Regionalität und Qualität." Die Ayinger Hausherrin Angela Inselkammer, zugleich auch Vorsitzende von DEHOGA Bayern, bot den Brennern eine Kooperation mit den bayerischen Wirten an und berichtete von einem großen Projekt, das die heimischen Wirte noch stärker mit regionalen Her- stellen vernetzen soll.
Eine der wichtigsten Merkmale eines sehr guten Produktes ist, dass die Schärfe des Alkohols zu kei- ner Zeit heraussticht. Nur so können die vielfältigen Aromen der verarbeiteten Früchte optimal wahr- genommen werden.
Der Weg zum hochprozentigen Obstgenuss ist ein langer. Die bayerischen Obst- und Kleinbrenner leben mit der Natur. Sie erhalten und pflegen Streuobstwiesen und mit ihnen auch die teils in Verges- senheit geratenen alten Sorten. Für einen Brand wird eine große Menge, also mindestens 100 kg vollreifer und einwandfreier Früchte benötigt und viel Zeit für das Nachreifen der Früchte, den Gärprozess und das Reifen des fertigen Produktes im Lager. Aus einer Tonne einwandfreier Früchte können rd. 36 Liter Edelbrand hergestellt werden. Und je länger der Edelbrand lagert, desto intensiver und samtiger wird sein Geschmack.
Wer selbst besondere Sorten für die Herstellung besonderer Edelbrände aufpflanzen möchte, kann über das Projekt „Apfel-Birne-Berge" künftig Jungbäume beziehen. Ab 2023 werden insgesamt rund 260 vergessene Sorten in mehreren Sortenerhaltungsgärten zu entdecken sein und ab 2025 können voraussichtlich erste Bäume abgegeben werden. Weitere Informationen gibt es unter www.apfel-birne-berge.de.
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