Dießen – Keramiker und Besucher ließen sich von der „Kalten Sophie" nicht beeindrucken. Zum diesjährigen Diessener Töpfermarkt kamen an den vier Markttagen mehr als 50.000 Besucher, etwas weniger als im Vorjahr. „Der Markt hat so ein gutes Image, dass sich die Besucher vom kühlen und teils regnerischen Wetter nicht abschrecken lassen", zog Marktleiter Wolfgang Lösche zum Ende des internationalen Keramikfestivals am Ammersee Bilanz. Zum Erfolg trage die Vielfalt und die hohe Qualität der keramischen Exponate bei. Viele Besucher lobten die wunderschönen Standpräsentationen und die einmalige Atmosphäre, aber auch die vielen Neuheiten. „Wir haben einiges auf dem Markt anders platziert. Es gab viel Neues zu entdecken", ergänzte Wolfgang Lösche. Die bayerische Innungsobermeisterin Edith Memmel berichtete zwar von einer leichten Kaufzurückhaltung, aber dennoch von einem guten Gesamtergebnis.
Von Christi Himmelfahrt bis zum Sonntag präsentierten fast 170 Keramikwerkstätten aus 13 Ländern ihre Arbeiten direkt am oberbayerischen Ammersee. Viele Besucher kamen mit den Ammerseedampfern oder der Bahn. Sehr gut besucht waren die Ausstellungen im Kulturforum Blaues Haus sowie im Traidtcasten und im Taubenturm am Marienmünster. Die Taubenturm-Ausstellung mit den Keramikskulpturen von Benedikt Hipp fand großen Anklang. Ins Blaue Haus kamen die Besucher, um die Arbeiten der Nachwuchskeramiker zu bewundern. Auch die diesjährige Schirmherrin, die bayerische Kabarettistin Luise Kinseher habe zu der guten Stimmung beigetragen, berichteten zahlreiche Aussteller.
Der Innsbrucker Keramiker Thomas Berktold freute sich über gute Verkäufe seiner Porzellanschalen und -Teller. Viele Stammkunden seien gekommen, nur die Laufkundschaft habe sich weniger kauffreudig gezeigt. „Ich bin sehr zufrieden, auch weil das Wetter am Ende besser war als die Prognosen." Daniel Stenert berichtete von etwas weniger guten Umsätzen als im Vorjahr. Dennoch sei der Markt für ihn gut verlaufen. Vor allem am ersten und letzten Tag seien viele Schüsseln und Schalen gekauft worden. „Nur die ganz großen, hochpreisigen Stücke gingen diesmal nicht so gut", sagte Stenert, der eigens aus der Provence angereist war und dessen Keramiken jedes Jahr sehr beliebte Fotomotive sind. Die Diessener Keramikkünstlerin Romina Ried verkaufte vor allem viele Becher und berichtete von einem ähnlich gutem Umsatz wie im Vorjahr.
Sehr zufrieden äußerte sich der französische Keramikdesigner Ben Lignel, der mit seiner Kochkeramik erstmals auf dem Diessener Markt vertreten war. Viele Besucher seien mehrmals zu seinem Stand gekommen und hätten sehr gut gekauft. Besonders gut kamen seine Schmortöpfe an. Die Kunden schätzten zudem bei dem kühlen und regnerischen Wetter seine heißen Brühen, die er direkt am Stand kochte. Auch die großen Amphoren des kretischen Töpfers Georgos Tziligkalis waren wie schon in den Vorjahren Verkaufsschlager. Die lebendige Werkstatt des Griechen ist jedes Jahr ein großer Anziehungspunkt. Hoch gelobt und viel Interesse fand auch die Ausstellung „Magie" der Studentinnen und Studenten der Keramikklasse Burg Giebichenstein. „Wir erhielten viele Komplimente", sagte Paulin Fritsch. Bemerkenswert ist generell, wie viel der Diessener Töpfermarkt viral geht. „Es wird so viel fotografiert, gepostet, gelikt und geteilt", betonte Marktleiter Wolfgang Lösche.
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