Dießen – Die Marktgemeinde Dießen treibt den Ausbau erneuerbarer Energien weiter voran. Erste Bürgermeisterin Sandra Perzul hat in der vergangenen Woche mehrere neue Photovoltaikanlagen auf gemeindlichen Gebäuden vorgestellt – darunter jene am Kinderhaus Riederau sowie auf dem Blauen Haus an der Prinz-Ludwig-Straße. Die Präsentation fand im Rahmen eines Pressetermins statt, bei dem Perzul gemeinsam mit Vertretern der Verwaltung und Fachplanern einen Einblick in die Technik und die Bedeutung der Anlagen für die kommunale Energieversorgung gab.
Mit den nun fertiggestellten Systemen baut die Gemeinde ihre solar erzeugte Eigenenergie deutlich aus. Die Anlagen sind entsprechend der unterschiedlichen Gebäudestrukturen individuell geplant und markieren zugleich einen weiteren Schritt in Richtung klimafreundlicher, nachhaltiger Infrastruktur.
Im Kinderhaus Riederau wurde eine Anlage installiert, die insgesamt 84 Module umfasst und eine Leistung von 37,9 kWp bereitstellt. Die Wechselrichterleistung liegt bei 30 kWp. Die Anlage arbeitet in Überschusseinspeisung, ist als EEG-Anlage angemeldet und erhält eine Vergütung von 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Die Investitionskosten belaufen sich auf 41.368 Euro. Durch die regelmäßige Stromnutzung im Alltag des Kinderhauses profitiert die Gemeinde besonders stark vom Eigenverbrauch; überschüssige Energie fließt ins Netz zurück.
Am Schulanger – sowohl am Neubau 5a als auch am sogenannten „blauen Anbau" in Hausnummer 4 – wurden zwei weitere Anlagen errichtet. Der Neubau ist mit einem SolarEdge-Wechselrichter mit 10 kWp und 32 Luxor-Modulen ausgestattet, die zusammen 14,24 kWp leisten. Die Ost-West-Flachdachmontage mit zehn Grad Neigung sorgt für einen ausgeglichenen Tagesertrag mit guten Leistungen in den Morgen- und Abendstunden. Die Anlage kostete 18.594 Euro.
Der Anbau verfügt über zwei SolarEdge-Wechselrichter mit jeweils 10 kWp, die eine Gesamt-Wechselrichterleistung von 20 kWp ermöglichen. 52 Module mit einer Gesamtleistung von 23,66 kWp wurden ebenfalls in Ost-West-Ausrichtung installiert. Die Kosten beliefen sich auf 22.774 Euro. Beide Systeme sind für die erwarteten Lastprofile der Gebäude optimiert und ergänzen sich energetisch.
Die größte der neuen Anlagen befindet sich auf dem Blauen Haus an der Prinz-Ludwig-Straße in Dießen. Sie verfügt über zwei SolarEdge-Wechselrichter – einen mit 10 kWp und einen mit 16 kWp – sowie 54 Luxor-Module, die eine Gesamtleistung von 24,57 kWp liefern. Aufgrund der Südausrichtung und der Schrägdachmontage erzielt die Anlage hohe Erträge insbesondere in den sonnenintensiven Monaten. Der Anlagenpreis lag bei 29.180,68 Euro. Die erzeugte Energie soll vor allem den Strombedarf des Hauses, das künftig verstärkt für soziale Zwecke genutzt wird, nachhaltig senken.
Ein zentrales Thema beim Pressetermin war die Frage, warum die Gemeinde Dießen sich bei allen neuen Anlagen für die Technologie von SolarEdge entschieden hat. Erste Bürgermeisterin Perzul unterstrich dabei die hohen Sicherheitsstandards der Systeme, insbesondere im Hinblick auf den Brandschutz. Die sogenannte SafeDC-Funktion sorgt dafür, dass die Spannung der Module im Notfall auf ein sicheres Niveau herabgesetzt wird – ein wesentlicher Schutzmechanismus für Feuerwehr und Rettungskräfte. Gleichzeitig verfügen die Wechselrichter über eine integrierte Lichtbogenerkennung, die entstehende Lichtbögen automatisch erkennt und unterbricht, bevor es zu einem Brand kommen kann. Auch die Möglichkeit, die DC-Spannung manuell oder automatisch abzuschalten, wurde als wichtiger Vorteil genannt.
Hinzu kommt das modulgenaue Monitoring über die SolarEdge-Plattform, das potenzielle Störungen frühzeitig erkennt und meldet. Für die Gemeinde bedeutet dies nicht nur höhere Sicherheit, sondern auch einen einfacheren Betrieb und eine bessere Kontrolle über die Anlagen. Dass SolarEdge seine Daten auf europäischen Servern speichert und nicht in den USA oder China, war für die Gemeinde ein weiterer Pluspunkt in Bezug auf Datenschutz und Datensouveränität.
Für die Zukunft haben die Anlagen zudem Ausbaupotenzial: Die Systeme sind kompatibel mit Batteriespeichern, die den Eigenverbrauch deutlich steigern und den Strom auch nachts verfügbar machen würden. Außerdem lässt sich eine Notstromfunktion integrieren, die etwa im Fall eines Stromausfalls bestimmte Verbraucher oder sogar das gesamte Gebäude aus Batterie- und PV-Leistung weiter versorgt. Diese Erweiterungen könnten in späteren Ausbaustufen umgesetzt werden, insbesondere dort, wo der Energiebedarf stark tageszeitabhängig ist.
Mit den neuen Solaranlagen setzt Dießen ein sichtbares Zeichen für eine nachhaltige Gebäudebewirtschaftung. Bürgermeisterin Sandra Perzul betonte, dass weitere kommunale Gebäude geprüft würden und die Marktgemeinde Schritt für Schritt ihre Energieversorgung modernisieren wolle. Die jetzt vorgestellten Anlagen sind dafür ein wichtiger Baustein und zeigen, wie konsequent Dießen daran arbeitet, erneuerbare Energien im Gemeindegebiet auszubauen und sinnvoll einzusetzen.
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