Herrsching – Die Sprecherinnen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Herrsching, Charlotte Wehn und Franziska Schon, sind entsetzt, dass der Gemeinderat Herrsching seinen im April 2025 gefassten Beschluss zur Umbenennung von Straßennamen mit NS Bezug wieder gekippt hat, namentlich für die Madeleine-Ruoff-Straße und Erich-Holthaus-Straße.
Die Tatsache, dass die betroffenen Anlieger mehrheitlich keine Änderung ihrer Adresse wünschen, befreit den Gemeinderat nicht von der politischen und moralischen Verantwortung beim Umgang mit belasteten Straßennamen.
Wie mehrere Gemeinderätinnen und Gemeinderäte der Grünen und der Bürgergemeinschaft Herrsching in der Sitzung sagten, wird ein Straßenname im Allgemeinen als Ehrung verstanden. Charlotte Wehn ergänzt: "Die Namensgeber der betroffenen Straßen haben sich in unterschiedlicher Weise in der Zeit des Nationalsozialismus schuldig gemacht und verdienen diese Würdigung nicht."
Besonders enttäuschend ist, dass mehrere Gemeinderäte und Gemeinderätinnen und Bürgermeister Christian Schiller nicht zu Ihrer Entscheidung bei der ursprünglichen Abstimmung über die Umbenennung der Straßen mit NS Bezug stehen wollten. Franziska Schon betont: "Gerade in Zeiten einer weiter erstarkenden Rechten ist es um so wichtiger, klare Haltung zu zeigen, auch wenn es unbequem wird."
Die grüne Fraktion stimmte neben der BGH geschlossen für die Umbenennung. Bei der Madeleine-Ruoff-Straße waren zwei Gemeinderäte wegen persönlicher Betroffenheit nicht stimmberechtigt.
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