Denklingen – Der traditionelle politische Josefitag des CSU-Kreisverbands Landsberg und des Ortsverbands Denklingen-Fuchstal-Unterdießen stand heuer kurzfristig unter veränderten Vorzeichen. Eigentlich hatte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sein Kommen für Sonntag zugesagt, musste jedoch krankheitsbedingt am Morgen der Veranstaltung absagen.
Dank guter Kontakte konnte mit Bayerns Europaminister Erik Beißwenger rasch ein hochrangiger Ersatz gewonnen werden, wie Kreisvorsitzender und Bundestagsabgeordneter Michael Kießling betonte.
Neben Kießling war auch Landrat Thomas Eichinger unter den Gästen im Bürger- und Vereinszentrum. In mehreren Wortmeldungen spielte die anstehende Stichwahl um das Landratsamt am kommenden Sonntag eine zentrale Rolle. Kießling rief dazu auf, zur Wahl zu gehen und für Kontinuität im Landkreis zu stimmen.
CSU-Ortsvorsitzende Elisabeth Frieß sprach in ihrer Begrüßung von wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit steigenden Preisen und Unsicherheiten. „Wir sollten deshalb nicht den Kopf in den Sand stecken", sagte sie und rief zu mehr Dialog und Engagement auf: „Mehr miteinander statt übereinander reden – und anpacken."
Landrat Eichinger erklärte in seinem Grußwort, er habe nach dem ersten Wahlgang einen „Denkzettel" erhalten und verstanden. Zugleich betonte er die positive Entwicklung des Landkreises: Dieser sei eine Gemeinschaftsleistung vieler Menschen und Unternehmen. Der Landkreis Landsberg sei wirtschaftlich stark, mit zahlreichen erfolgreichen Firmen sowie einer guten Bildungslandschaft. Dazu zähle auch die Ansiedlung von Studiengängen des Technikzentrums der Technischen Hochschule Augsburg in Landsberg.
Als wichtige Projekte nannte Eichinger die Erweiterung des Klinikums Landsberg sowie den Aufbau eines neuen, kommunal getragenen Pflegeangebots. In unsicheren Zeiten gehe es auch auf kommunaler Ebene um Stabilität und Sicherheit, so der Landrat.
In seiner Gastrede spannte Staatsminister Beißwenger den Bogen von der Rolle Bayerns in Europa bis zu aktuellen Herausforderungen für Wirtschaft und Landwirtschaft. „Europa ist kein fernes Konstrukt in Brüssel, sondern beginnt hier vor Ort", sagte er. Der ländliche Raum sei das „Herz Bayerns", die Landwirtschaft sichere nicht nur die Lebensmittelversorgung, sondern trage auch maßgeblich zur Artenvielfalt bei.
Zugleich bekannte sich Beißwenger klar zur Europäischen Union als „Erfolgsmodell und Friedensprojekt", kritisierte aber überbordende Bürokratie und schwer umsetzbare Vorschriften. Entscheidend sei, die Regionen zu stärken: „Brüssel ist nur stark, wenn die Regionen stark sind."
Trotz der kurzfristigen Umbesetzung entwickelte sich der Josefitag zu einer lebendigen politischen Veranstaltung mit engagierten Wortmeldungen aus dem Publikum – und zu einem deutlichen Auftakt für die entscheidende Stichwahl um das Landratsamt im Landkreis Landsberg am Lech am kommenden Sonntag.
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